„Medien operieren durch fünf Filter. […] Sie erzählen uns, was die Mächtigen wollen, dass wir es wissen, damit wir uns einfügen. Demokratie wird mithilfe von Medien inszeniert, die als Propagandamaschinen funktionieren.“

– Noam Chomsky

Chomskys Modell zeigt, dass westliche Medien keineswegs neutral oder frei von Ideologie sind. Vielmehr filtern wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Machtstrukturen systematisch, was berichtet wird und wie – und schaffen so einen „Anstrich der Realität“, der die Interessen der Eliten wahrt. Die aktuelle Diskussion um Doppelmoral und Ausblendung westlicher Kriegsverbrechen bestätigt die Aktualität dieser Analyse.

Die fünf Filter nach Chomsky & Herman

FilterBeschreibungBeispiel im aktuellen Medienkontext
1. EigentumMedien gehören großen Konzernen, oft Teil noch größerer Konglomerate. Profitinteresse steht über kritischem Journalismus.Berichterstattung, die Konzerninteressen nicht gefährdet (z.B. keine fundamentale Kritik an Großunternehmen).
2. WerbungMedien finanzieren sich primär über Werbung. Werbekunden beeinflussen, welche Inhalte erscheinen.Kritische Berichte über große Werbekunden (z.B. Automobil- oder Rüstungsindustrie) werden vermieden.
3. Sourcing (Nachrichtenquellen)Medien verlassen sich auf „offizielle“ Quellen wie Regierungen, Militär, große Unternehmen. Diese bestimmen, was als „wahr“ gilt.Starke Abhängigkeit von westlichen Agenturen (AP, Reuters), seltene Nutzung russischer/chinesischer Quellen.
4. FlakNegative Rückmeldungen, Beschwerden, Kampagnen oder Boykotte gegen Medien, die von der Linie abweichen.Kritische Berichte zu Israel oder US-Politik führen zu organisiertem Gegenwind, der Selbstzensur fördert.
5. „Gemeinsamer Feind“ (Anti-Ideologie)Ein Feindbild (früher Kommunismus, heute Terrorismus, Russland, China, Migranten) bündelt Zustimmung und rechtfertigt politische Maßnahmen.Dämonisierung Russlands im Ukraine-Krieg, Ausklammerung westlicher Kriegsverbrechen.

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